Antwort auf: [Handelssystem]

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#4112
Bernd
Teilnehmer

Dinge wie Schwarzmarkt und „spontane Marktveränderungen“ durch Katastrophen, Glücksfälle etc. würde ich ungerne in Regeln und Tabellen gefasst sehen. Dafür haben sie viel zu sehr die Qualität von plot hooks. Wie viele Abenteuer beginnen mit einem Angebot, dass man einfach nicht ausschlagen kann…..

Was sinnvoll wäre, sind ein paar Vorschläge und Richtlinien für den Spielleiter, was in solchen Fällen machbar wäre.

Hilfreich ist auch ein Zoom nach draußen :

Wie ist der Handel organisiert ? Wer übernimmt den Großteil des interstellaren Handels ? Welche Rolle spielen Kleinhändler mit eigenem Schiff ?

So wie ich das sehe, ist es ein bisschen von allem und regional stark unterschiedlich. Dagegen ist nichts einzuwenden, es macht das Universum auch farbiger, wenn man sich in verschiedenen galaktischen Regionen mit unterschiedlichen Begebenheiten auseinandersetzen muss. Es mag Gegenden geben, in denen die Big Player die kleinen Fische rigoros schlucken und die, die noch übrig sind, eher zwielichtigen Geschäften nachgehen. Oder das Gegenteil, wenn in einem abgelegenen, großen Planetensystem viel an den kleinen, unabhängigen Händlern hängt und die großen Versorger nur alle paar Wochen vorbeikommen.

All dies sind Beispiele für Modifikatoren „außer der Reihe“.

Aber es wurde nach einem Beispiel gefragt. Gerne.

Auf einem Agrarplaneten sollen Nahrungsmittel eingekauft und in ein nahegelegenes Bergbausystem geflogen werden. Da Rohgetreide nicht sinnvoll ist, sucht die Gruppe nach einer kleinen Charge der typischen Culimboccas oder anderen abgepackten Rationen und werden bei der Handelsbörse fündig. Der Grundpreis beträgt 5.000, ein Martktwurf vorneweg ergibt keine besondere Abweicheung und da der Planet sie selber herstellt kommt ein -2 Modifikator hinzu. Der handelnde Spieler übertrumpft seinen Verhandlungspartner und erwirtschaftet weitere -1, die zusammen den Preis um 30% auf 3.500 senken. Die Crew kauft 10t ein und bezahlt 35.000.

Kurze Zeit später will sie im Zielsystem ihre Fracht verkaufen. Die Freude auf jede Menge Cash wird ein wenig dadurch getrübt, dass dort gerade eine große Fuhre von CARGOSTELLAR eingetroffen ist und der erwartete Gewinn nicht so hoch sein wird. Dennoch geht die Crew motiviert in die Verhandlung.
Auch hier gilt der Grundpreis von 5.000, der Marktwurf ergibt einen Modifikator von -3 ( interpretiert als das CS-Schiff ), da die Minen aber einen steten Nachschub benötigen, kommt +2 drauf. Der vergleichende Handelswurf ist nur mäßig erfolgreich, da der Einkäufer ein eiskalter Brocken ist und ergibt keine weiteren Boni. Wir enden also bei -1, was 10% des Grundpreises entspricht. Der Verkaufspreis beträgt also 4.500/t, bei 10t also 45.000, was einem Reingewinn von 10.000 entspricht.

Ein Entfernungsmodifikator kam nicht zum tragen, da beide Systeme in unmittelbarer Nähe liegen und einigermaßen regelmäßig versorgt werden.

Würde ein weiter entferntes System das Ziel sein, wäre der Gewinn womöglich größer. Wäre das Zielsystem nicht in der Lage, den theoretischen Preis zu zahlen, könnte man eventuell neue Waren eintauschen und woandern verkaufen. Die Möglichkeiten sind unendlich.

Das ist nur ein Beispiel einer kleinen Frachtcharge. Wir sind dazu übergegangen, „normale“ Handelssachen meist zwischen den Spieltagen zu regeln und nur noch gelegentlich und bei besonderen Anlässen auszuspielen, wenn mehrere Spieler daran beteiligt sein können ( Spezialwaren von Interesse, spontane Angebote unterwegs etc. ). Ansonsten manage ich das und übernehme auch die Spielerwürfe.

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