Antwort auf: [C&C] Charakter Balu "Dyson"

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#1787
Balu (N074G37H)
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Old Tech

„Das System zeigt eine Energiespitze in den Backbordemittern, siehst du das?“ schallte Kapitän Heinrichs Stimme durchs Interkom. Die alte Crusader war nicht im besten Zustand und der äußerst umgängliche Copilot und Miteigner Björn Nilsson hatte für einen hohen Durchlauf an Bordingeneuren gesorgt, die alle ihre Spuren im System hinterlassen hatten.
Schlecht isolierte Überbrückungen, ein krude zusammen gelöteter Platinendschungel, umständlich modifizierte Steuerprogramme und Spacetape, reichlich Spacetape.

Es gab dringendere Probleme als eine Energiespitze in den Schildemittern. „Ich habe die Varianz registriert.“ meldete Dyson neutral. „Sie liegt innerhalb der Toleranzgrenzen.“ Werners Stimme hatte einen besorgten Unterton. „Das System scheint anderer Meinung zu sein.“ Dyson begann eines der vielen überflüssigen Bauteile aus der Reaktorkontrolle auszubauen. „Wenn ich heraus finde, welcher meiner Vorgänger die Parameter für das Warnsystem falsch eingestellt hat, lasse ich es sie wissen.“ entgegnete der Artifikant trocken.
Eine Pause entstand, die ausreichte um einer verkanteten Schraube mit der Laserflex zu Leibe zu rücken. „Na gut. Wie sieht der allgemeine Zustand aus?“ „Wenn irgendjemand das Schiff inspiziert, bleiben wir im Hangar.“ konstatierte der Globe kühl. „Aber ich bin zuversichtlich das in absehbarer Zeit ändern zu können. Ihre letzten Techniker scheinen nach der Direktive ‚Hauptsache wir fliegen‘ gearbeitet zu haben.“ Der Captain lachte. „Das ist auch die Hauptsache.“

Dyson warf die Platine auf die kleine Werkbank, die im Frachtraum eingerichtet war und auf der sich inzwischen ein ganzer Haufen ähnlicher Teile angesammelt hatte. Nutzloser Ballast der im besten Falle nur funktionslos herum gammelte und im schlimmeren Falle dabei auch noch Reaktorleistung kostete.
Immerhin hatte er genügend Ersatzteile um bei der nächsten Landung die Feldspule zu reparieren, die im Begriff war ihren Geist aufzugeben. Vor allem Nilsson würde gegen einen verlängerten Aufenthalt protestieren, doch Dyson erwartete zumindest von seinem Captain genug Vernunft, zu erkennen das sich eine Feldspule nicht mit Spacetape verarzten ließ und idealerweise repariert wurde BEVOR sie das zeitliche segnete.
Außerdem würde ein längerer Stop ihm erlauben die bereinigte Triebwerks- und Reaktorsoftware in den Schiffscomputer zu laden um das Flickwerk zu ersetzen, dass im Augenblick die ohnehin schwache Prozessorleistung der Wilhelm Tell auffraß.
Bei der Bereinigung hatte er peinlich genau darauf geachtet, den Programmen keine neuen Funktionen hinzuzufügen, sondern sich darauf beschränkt den Code zu vereinfachen und Redundanzen zu reduzieren, wo sie nicht zur Sicherheit der Crew beitrugen.
Mehr als einmal während seines Aufenthaltes auf dem Schiff hatte er sich bei der Frage ertappt, ob alle Kurierschiffe in einem so erbärmlichen Zustand waren und Angesichts der Gewinnmargen der Crew lag ein Schluss auf ‚Ja‘ äußerst nahe.

„Dyson, wir verlieren Feldleistung.“ drang erneut Werners Stimme durch den Raum. „Wahrscheinlich die alte Spule.“ kommentierte der Artifikant. Er hatte es gewusst, sie hätten sie schon beim letzten Halt reparieren müssen.
Der Globe tauchte in einen der Wartungsschächte, der zu den Backbordspulenen führte und überwand in kürzester Zeit die wenigen Meter Entfernung. Eine Ecke hatte er zu nehmen, dann konnte er die Innenseite der Spulenkonstrution sehen. „Korrektur, eine der Zuleitungen ist durchgebrannt.“ Weiße Lichtbögen sprangen aus der zerschmorten Energieleitung und zuckten über die Rumpfverstrebungen. „Ich empfehle die sofortige Reparatur, allerdings kann ich diese nur vornehmen, wenn wir den Feldflug unterbrechen.“ Er war mit einem starken Ableitnetz überzogen, doch durch diese Leitungen floss mehr Energie als sein eigener Reaktor auf Vollast produzierte. Kein guter Gedanke.
„Wir können den Feldflug nicht unterbrechen.“ murrte der Kapitän. „Wir haben nurnoch für dreieinhalb Stunden Treibstoff und das meiste davon…“ „Werden wir nicht brauchen, wenn sich der Schaden ausdehnt.“ Die Stimme des Artifikanten war kühl. „Wenn wir Mr. Nilsson schlafen lassen, die Schildleistung um 80% reduzieren und alle überflüssigen Systeme deaktivieren, können wir den Reaktor auf Minimallast herunter fahren und würden aus den viel zu kurzen 30 Minuten Extratreibstoff etwa 5 Stunden Zeit gewinnen. Ich versichere ihnen, ich werde nicht länger als zwei Stunden brauchen.“ Seine Rechnung hatte ein paar Haken, unter anderem die Zeit die es dauern würde, den Reaktor auf das gewünschte Energieniveau zu drücken und wieder hoch zu fahren. Moderne Systeme konnte dies unter Umständen „on the fly“ aber dieser Cursader war nicht modern, er war dreißig Jahre alt und der Reaktor zwar noch nicht instabil, aber auch nicht allzu weit davon entfernt.

Das sanfte Zittern im Rumpf signalisierte den Austritt aus dem Feldflug. Dyson schwebte an die Reaktorkonsole begann mit der Arbeit…

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