Antwort auf: [C&C] Charakter Balu "Dyson"

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#1701
Balu (N074G37H)
Teilnehmer

Omega

Wütendes Schimpfen hallte durch den Gang. Globe-141 unterschied drei Stimmen. Die lauteste gehörte zur Teamleiterin der Projektgruppe „Omega“, Dr.Dr. Samantha van Halden, die sich mit der Erforschung des Beta-Pictor-Antriebs, vor allem aber mit dessen negativer Auswirkung auf lebende Materie beschäftigte. Von der biologischen Seite des ganzen verstand 141 wenig, die technische Hingegen überblickte er fast vollständig – immerhin hatte er am Bau des „Omega“-Shuttles mitgearbeitet.

Die zweite Stimme identifizierte er als Dr. Leonhardt von Seeleben, sie war ruhiger, beschwichtigend. Die dritte Stimme hätte seine eigene sein können, sie gehörte zu Globe-125, der „Omega“ zugeteilt war.
„Ich werde Ihrer Ungeduld wegen nicht meine Funktion oder die Daten dieses Experiments aufs Spiel setzen.“ 125 machte den Eindruck, dieses Statement schon mehrmals abgegeben zu haben. „Wir haben keine Zeit zu verlieren!“ bekräftigte van Halden ihre eigene Argumentation mit kaum verhohlener Wut in der Stimme. „Schon garnicht drei volle Tage!“
Leonhardt lächelte verzweifelt. „125, es muss doch nicht gleich eine vollständige Wartung sein. Lass uns einfach deine Speicherbänke testen, das schaffen wir in ein paar Stund…“ „Kommt nicht in Frage. Meine Funktion ist kompromitiert. Ich werde nicht…“ „Zum Mars mit dir, elende störrische Blechkiste!“
Samantha stürmte davon, an 141 vorbei, der eben um die Ecke bog. Sie würdigte ihn keines Blickes. „Samantha!“ Leonhardt war stehen geblieben, 125 schwebte unbeirrt weiter in Richtung Wartungsräume.
„Kann ich helfen?“ wandte sich 141 an den verloren drein blickenden Wissenschaftler. „Ich glaube nicht.“ seufzte der. „Wir sind bereit die neue Abschirmung zu testen, aber 125 weigert sich zu fliegen, bis er komplett gewartet wurde, weil er irgendeinen kleinen Fehler im Speicher gefunden hat.“ erläuterte der Mitfünfziger müde. Globe-141 war froh, dass er kein Gesicht hatte, sein strahlendes Grinsen hätte ihn verraten. „Wenn es nur darum geht das Shuttle zu fliegen und die Daten zu sammeln, könnte ich seine Stelle einnehmen.“ schlug er mit neutralem Ton vor. „Dr. Soni hat zwei Wochen Pause angeordnet und es ist nicht genug zu tun, um mich mehr als zwei Tage sinnvoll zu beschäftigen.“

Leonhardt blickte auf. „Du? Das würdest du?“ Seine Augen leucheten plötzlich. „141, das ist eine ausgezeichnete Idee. Ich rede mit Samantha.“ Damit eilte er davon. 141 folgte ihm mit seinen Sensoren, bis er außer Reichweite war. Ein eigenes Schiff mit Beta-Pictor-Antrieb, das ihn nicht nur aus dem Labor, nicht nur von Saturnia herunter bringen würde, sondern ihm völlige Bewegungsfreiheit gewährte. Das Imperium, soviel hatte er in Erfahrung gebracht – kontrollierte die Gratpunkte. Doch ein Beta-Pictor-Antrieb war auf diese nicht angewiesen und seines Wissens nach konnte das Imperium ihn nichtmal verfolgen.

Drei Stunden später waren die nötigen Formalitäten geklärt. 141 schwebte durch das ansonsten leere Shuttle. Das Emap-Starkfeld summte gleichförmig vor sich hinten. Auf der Steuerkonsole blinkten die Kontrolleuchte für die Lebenserhaltung rot.
Das Shuttle glitt aus dem Hangar in einen langen, spärlich erleuchteten Tunnel, der durch Rheas Eis an die Oberfläche führte. Das EMAP-Feld griff automatisch in die Führungsschienen aus Durastahl und zog das Schiff an die Oberfläche. Ein kurzer Ruck ging durch das Schiff, dass in die dünne Athmosphäre geschleudert wurde, ehe die Triebwerke den Flug abfingen und das Shuttle in einer sanften Aufwärtskurve dem All zustrebte.

Eine weitere Stunde später erreichte das Omega-Shuttle endlich Sprungbereitschaft. „Shuttle an Basisstation, alle Systeme grün, wir sind bereit für den Absprung.“ meldete der Artifikant über einen verschlüsselten Kanal. Die Erwiderung folgte aus dem Mund von Seelebens. „Basisstation an Omega, sie haben Sprungfreigabe. Wir sehen uns in einer Woche.“

Globe-141 erwiderte nichts. Er sah zu, wie das Energielevel im Beta-Pictor-Antriebsystem stieg und schließlich das Schiff aus dem normalen Raum riss.
Stille. 141 wartete ab, ohne zu wissen woraus, dann streckte er seine gestigen Fühler nach der Astrogationssoftware aus und musste feststellen, dass sie kaum aussagekräftige Daten enthielt.

Zwei Tage lang wartete der Artifikant ab, ehe er die Schiffstransmitter deaktivierte und vom vorgebenen Kurs abwich und in kleinen, halbblinden Sprüngen mit kalulierbarem Risiko seinen Weg in Richtung Syndikatsraum ertastete.

Eine zufällige Begegnung mit einem havarierten Frachter stellte sich für beide Seiten als Glücksfall heraus. Die Crew, deren Schiff durch einen Asteroiden sowohl Feldantrieb als auch Langstreckenkommunikation verloren hatte, war gerne bereit aktuelle Astrogationskarten gegen einen Notruf zu tauschen…

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